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RUMÄNIEN

Ein ungewöhnlicher Arbeitsplatz bot sich der POLO Crew beim Foto-Shooting für die Saison 2017. Das Ziel: Rumänien.
Eine Reportage über eine aufregende Zeit und einen sehr persönlichen Blick auf ein grandioses Land.

Serpentinen von Rumänien
Biker fähren durch Rumänien und Kinder laufen dem Motorrad hinerhet
Biker fahren in Rumänien über eine Landstraße
Mann aus Rumänien fährt mit einem Bollerwagen durch die Stadt

Text // ALAN KLEE
Fotos // THORSTEN GAULS, ARCHIV POLO

Die Entscheidung fiel nicht leicht und das Unbehagen wuchs, je näher der Termin rückte. Südfrankreich, Italien, Portugal, die USA – es hätte alles so leicht sein können. Hammer Straßen, mega Kulissen – doch das POLO Marketing Team und die für das Shooting Verantwortliche Ulrike, Art Direktorin und Leiterin Grafik bei POLO hatte anderes im Sinn: Rumänien. Weites, wildes Karpatenland, unberührte Wälder, archaische Dörfer, Braunbären, Wölfe, Abenteuer. Ein Land, das einerseits so nah und doch irgendwie verdammt fern ist.

» RUMÄNIEN - EIN LAND, DAS EINERSEITS SO NAH UND DOCH IRGENDWIE VERDAMMT FERN IST

Wie es dazu kam? Ein paar Fotos reichten eigentlich aus, um das gesamte Team im Vorfeld zu überzeugen. Insbesondere das Bild eines Mannes auf einem marode wirkenden Pferdekarren inmitten der rumänischen Bergwelt beindruckte Alle. „Was ich an Motiven gesehen habe, hat mich sofort erreicht. Es war klar, dass wir dort wunderschöne Bilder machen könnten, so Ulrike.” Motive also, die man in Mitteleuropa oder den USA nicht vorfindet.

Na gut.Einige Kollegen und auch der Producer von „gauls DIE FOTOGRAFEN” – mit denen POLO schon öfter zusammengearbeitet hat – waren nicht ganz so überzeugt, doch das Team ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Die geäußerten Bedenken kreisten in erster Linie um die rumänische Infrastruktur, die behördlichen Hürden, aber auch die kulturellen Gegebenheiten, die dem Team auf den ersten Blick sehr exotisch vorkamen. Der Gegenwind stachelte indessen eher noch an. Aller Zweifel zum Trotz war das entgegengebrachte Vertrauen enorm, und letztlich hieß es: „Wir machen das!”

Die Crew macht eine Pause in Rumänien

DIE CREW
Für einen Teil des 17-köpfigen Teams war ein Shooting dieser Größenordnung eine absolute Premiere. Genau genommen war Ulrike die Einzige, die bereits bei vergleichbaren Produktionen dabei gewesen war. Neben ihr samt „Azubine” Loreen aus der Grafik setzte sich die POLO Crew aus Peter (POLO Akademie), Benjamin (Sortimentsmanager Bekleidung) und Muzaffer (Buchhaltung) zusammen. Die Action-Gruppe aus Fahrern, Models und Fotografen wurde durch zwei Mädels von „Heels on Wheels” verstärkt, „die nicht nur chic auf dem Moped sitzen, sondern auch wissen, wie man es bedient”.

Vor ihnen lagen stramm getaktete acht Tage, in denen es einen logistischen Kraftakt zu stemmen galt. Haufenweise Ware wurde ins Basislager nach Sibiu geschafft, dazu 15 Fotomotorräder, und jeden Abend galt es, den sogenannten Collection Van für die nächste Location vorzubereiten. Heißt: Helme, Jacken, Hosen, Kombis, Handschuhe, Stiefel, Accessoires raus – Helme, Jacken, Hosen, Kombis, Handschuhe, Stiefel, Accessoires rein. Doch es flutschte. Das Team funktionierte so reibungslos wie ein fein abgestimmtes Getriebe nach dem Ölwechsel.

BASISLAGER
Mit Sibiu (Hermannstadt) hatte man einen zentral gelegenen Ausgangspunkt und eine der schönsten Städte des Landes gewählt: die kulturelle Metropole Transsilvaniens (Siebenbürgens) und Kulturhauptstadt Europas 2007, wo sich die historischen Bauwerke dicht an dicht drängen, so enge Gassen bildend, dass der moderne Verkehr draußen bleiben muss. Als Kulisse dienen die Südkarpaten, womit die besten On- und Offroad-Strecken der rumänischen Bergwelt in Reichweite liegen.

Biker streicheln einen Esel aus Rumänien
Zwei Jungs aus Rumänien

Motorradland Rumänien

Offroad
Ob breite Schotterpisten, ver­spielte Trails oder anspruchsvolles Gelände: Rumänien hat`s! In der Szene ist das Karpatenland für sein schier unerschöpfliches Offroad-­Potential bekannt und Sibiu, am Fuß der Südkarpaten, als Ausgangspunkt beliebt. Wer nicht allein losziehen möchte, kann bei vielen Veranstaltern geführte Touren buchen. Direkt vor Ort ist z.B. Transsilvania Enduro Tours, www.endurotours.ro

Reglementierungen
Noch können Offroader ihre Stollen fast überall ausfahren. Doch immer mehr rücksichtslose Dollbohrer sorgen für lauter werdende Gerüchte über Sperrungen.

Onroad
Auch auf Asphalt kommt man bis in die spannendsten Winkel der rumänischen Bergwelt, die Ausbaustufen reichen von perfekt bis erschütternd. Marktstände, streunende Hunde, Pferdefuhrwerke und fehlende Kanaldeckel zählen zum Straßenbild.

Biker legen sich in einer Serpentine in die Kurve

LOCATIONS
An Motivideen mangelte es schon im Vorfeld nicht. Und manche Bilder, so Ulli, hatten sich vor dem inneren Auge förmlich eingebrannt. Vor allem Land und Leute sollten authentisch abgelichtet werden. Da Rumänien mit landschaftlichen Reizen nicht gerade geizt, wurde für die Action-Fotos eine Location-Vorauswahl getroffen und mit den örtlichen Behörden abgeklärt. Die ganz großen Nummern unter Rumäniens Routen durften natürlich nicht fehlen: Die Transfagarasan sorgt nicht nur für einen Knoten in der Zunge, sondern auch für feuchte Hände bei Motorradfahrern. Wer einmal Bilder von diesem perfekt durch die Bergwelt der Südkarpaten gefädelten Asphaltbands gesehen hat, muss da hin – und weiß, was Ulli meint: „Es ist gigantisch, wenn man das in echt sieht. Wirklich cool!” Mit einem Leuchten in den Augen erzählt sie von der hochalpinen Landschaft, die von der extrem mäandernden Passstraße bis auf 2042 Meter Höhe erschlossen wird. „Aber der Straßenbelag ist unglaublich schlecht: Spurrille an Spurrille und ganz viele Risse. Man muss höllisch aufpassen.”

Top Events 2017

Red Bull Romaniacs Sie zählt zu den härtesten Enduro-­Rallyes der Welt und startet seit 2004 obligatorisch in Sibiu. Fünf Tage lang verlangt die ROMANIACS den Fahrern alles ab und bietet Zuschauern publikums­wirksame Show-Einlagen: 23. bis 30. Juli, www.redbullromaniacs.com

EnduRoMania
Man trifft sich in Brebu Nou (Weidenthal) und geht gemeinsam auf Entdeckungsreise. Bei der ENDUROMANIA stehen touristische Motive im Vordergrund und mitmachen können alle, die Freude am Geländefahren haben – auch MTB- und 4WD-ler. Von April bis September startet die Rallye heuer achtmal. www. enduromania.net

Film, Metal & Rock
Wer außer Motorrad fahren noch anderes im Sinn hat, kann im Juni Events wie das TRANSILVANIA- Film Festival in Cluj-Napoca (Klausenburg) oder das METALHEAD MEETING in Bukarest einplanen, im Juli die ARTMANIA in Sibiu und im August das ROCKSTADT Extreme Fest in Rasnow (Rosenau). Infos: www.rumaenien-info.at

» IM QUALM DER RAUCHENDEN REIFEN KONNTEN DIE MODELS IHR TALENT PERFEKT ZUM AUSDRUCK BRINGEN

Biker stehen in einer Halle und einer der Biker macht einen Burnout

Bessere Bedingungen bietet die „Transalpina”, die auf einer Gesamtlänge von rund 150 Kilometern von Sebes¸ aus nach Süden, über den Hauptkamm der Transsilvanischen Alpen führt. Ehemals eine Traumstrecke für Enduristen, vor nicht allzu langer Zeit jedoch asphaltiert und durch den relativ frischen Belag entsprechend flowig zu fahren. Die Öffnungszeiten der höchsten Straße Rumäniens – der Urdele-Pass liegt auf 2145 Metern – sind allerdings auf die Sommermonate beschränkt. Doch selbst dann braucht man für gute Fotos Glück, denn das Wetter spielt hier oft nicht so mit. „Im Vorfeld mussten wir natürlich genau angeben, welche Streckenabschnitte für uns gesperrt werden sollten.” Ort und Zeit der Sperrungen wurden in der lokalen Zeitung veröffentlicht. Ein einheimischer Guide half dabei und überwand die nicht unerheblichen Sprachbarrieren.Dass man es mit der Bürokratie jedoch nicht immer so ganz genau nimmt, zeigte sich dann, als ein 16-jähriger Mofafahrer um eine Mitfahrgelegenheit auf einem der Motorräder bat. Der Begeisterung des jungen Locals erlegen, nahm einer der Foto-Fahrer den Nachwuchs-Biker auf dem Sozius mit. Die spontane Aktion gefiel den zuständigen Ordnungshütern offenbar. Für den restlichen Tag drückten sie jedenfalls auch mal eineinhalb Auge zu und ließen das POLO-Team sein Ding machen.Brillante Foto-Locations fand die Crew aber nicht nur in der Natur. Die alten Industriebrachen nahe Sibiu erwiesen sich als perfekte Szenerie für die Hellfire-Kollektion. Im Qualm rauchender Reifen konnten die Models ihr Talent hier perfekt zum Ausdruck bringen.

BEGEGNUNGEN
Den tiefgehendsten Eindruck hinterließen jedoch die Menschen, die das POLO-Team vor Ort kennenlernte – herzliche und persönliche Begegnungen, die sich häufig am Wegesrand ereigneten. In Erinnerung blieben Scharen von Kindern, die lachend neben den Motorrädern herliefen; Vor ihren Häusern sitzende Alte, die dem bunten Treiben freundlich zuschauten; Ein Hufschmied, der sich bereitwillig bei seiner Arbeit über die Schulter schauen ließ und einen Kompakt-Schmiedekurs zum Besten gab. „Die Menschen sind sehr offen, sehr herzlich und immer haben sie uns weitergeholfen”, erzählt Ulli.

Wenigstens eine Kleinigkeit konnte sie später zurückgeben: Am letzten Produktionstag traf sie eine alte Frau. Mit Händen und Füßen bot die zahnlose Rumänin – offenbar von Schmerzen geplagt – einen Tauschhandel an, offerierte einen selbstgeflochtenen Weidekorb, um im Gegenzug mit Schmerzmitteln aus Deutschland versorgt zu werden. „Das war das Anrührendste für mich – diese Armut und gleichzeitig diese Offenheit.” Als Ulli nach ihrer Rückkehr das Care-Paket für die alte Dame schnürte, zogen die intensiven Erlebnisse wieder in ihr auf: die Begegnungen mit alten Holzfällern, mit Menschen, die Pfifferlinge und Beeren sammelnd durch dunkle Wälder streifen. Die Bilder von Horden halbwilder Hunde, von Schafsherden auf den sanften Streuobstwiesen Siebenbürgens, von den stolzen Karpatengipfeln im Abendlicht.

„Ich muss da unbedingt noch mal hin!” So einhelliger Tenor der gesamten Gruppe. Acht Produktionstage – geprägt von Blitzlichtern, Aufhellern, Qualm, Models, Fotofahrern, Collection Van, Equipment einladen, Equipment ausladen und immer im Team – da bleibt keine Zeit, um sich wirklich einzulassen, wirklich zu verstehen. Außerdem gibt es in den Südkarpaten und Siebenbürgen noch so viel mehr zu entdecken, als die punktuellen Fotostopps während des Shootings vor Augen führten. Auch Die Team-Kollegen sind heute überzeugt, möchten von der anfänglichen Skepsis nichts mehr wissen. Rumänien rockt! Und die POLO-Crew vergibt eine klare Reise-Empfehlung.

Rumänien Allgemein

Land & Leute
Auf einer Fläche von 238.391 km² leben in Rumänien rund 20 Millionen Menschen, zehn Prozent davon in der Hauptstadt Bukarest. Größte indigene Minderheit sind mit 6,5% die Ungarn, zweitgrößte die Roma (3,3%). Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (86,7%) bekennt sich zur rumänisch-orthodoxen Kirche.

Reise & Preise
Landeswährung ist der Rumänische Leu (RON), 4,5 RON = 1 EUR. Deutsche Staatsbürger benötigen zur Einreise in das EU-Land lediglich den Personalausweis. Die Preise für Lebensmittel und Unterkunft liegen etwa 40% unter denen in Deutschland, ein Liter Superbenzin kostet derzeit etwa 1,15 EUR. Im Straßenverkehr sorgt eine recht weite Auslegung des Regelwerks für manche Verblüffung.

Abgefahrene Reifen nach der Tour in Rumänien
Zwei Biker fahren durch ein Dorf in Rumänien
Biker fährt in Rumänien durch einen flachen See
Gruppe Kinder stehen um ein Schwein
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