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Bremssattel aufschrauben

BREMSBELÄGE WECHSELN

Bremsbeläge müssen schwierigsten Bedingungen trotzen. Permanent setzen ihnen Reibung, Wärme, Feuchtigkeit und Schmutz zu. Je nach Belastung liegt ihre Lebensdauer zwischen 3.000 und 30.000 Kilometern.

Grund genug, öfter einen kritischen Blick in den Bremssattel zu werfen.

Es gibt die unterschiedlichsten Bremssattelkonstruktionen. Grundsätzlich unterscheidet man bei den Scheibenbremsen zwischen Fest- und Schwimmsattelbremse. Bei der ersteren findet man einen oder mehrere Kolben auf jeder Seite des Bremssattels, beide Bremsklötze werden hier direkt über Kolben beaufschlagt. Bei der Schwimmsattelbremse dagegen wirken der oder die Kolben nur auf einen Bremsbelag. Ein Teil des Bremssattels ist „schwimmend“ gelagert, wodurch die einseitig wirkende Kraft eine Gegenkraft hervorruft, die den gegenüber liegenden Bremsbelag beaufschlagt. Die Kontrolle der Belagstärke erfolgt, indem man mit einer Taschenlampe von unten oder vorne in den Bremssattel leuchtet.

Bei manchen Bremsbelägen zeigen farbige Verschleißmarken an, ob die Beläge getauscht werden müssen. Andernfalls gilt: Ist die Belagstärke augenscheinlich gering, ist es besser, neue Beläge einzubauen, wobei grundsätzlich alle Beläge der kompletten Vorderrad- oder Hinterradbremse erneuert werden müssen. Außerdem muss beachtet werden, dass neue Bremsbeläge eine ABE besitzen.

Sollen die Bremsklötze erneuert werden, sind zuerst die waagerechten Stifte, mit denen die Beläge gehalten werden, zu entfernen. Entweder sind sie mit Klemmhülsen versehen, die ein Herausrutschen verhindern, oder durch Ringe oder Federsplinte gesichert. Nach deren Entfernung können die Stifte mit einem passenden Durchschläger und einem Hammer entfernt werden. Manche Stifte besitzen ein Gewinde und werden mit einem Inbus ausgedreht. Unabhängig davon, ob sich die Beläge jetzt bereits entnehmen lassen oder nicht, wird der Bremssattel vom Gabelrohr abmontiert. Die Hydraulikleitungen an den Bremssätteln werden dabei nicht gelöst!

Achtung: Bei ausgebauten Bremsklötzen niemals die Bremse betätigen. Die Bremskolben könnten dabei heraus gedrückt werden.

Bei der Entnahme der alten Beläge achte man auf eventuelle Bremsklotzfedern und deren Einbaulage. Diese Federbleche haben die Aufgabe, die Bremsklötze am Wackeln zu hindern und Bremsenquitschen zu vermeiden. Vor dem Einbau der neuen Beläge werden die Bremssättel mit entsprechendem Bremsenreiniger gesäubert und alle Bauteile auf ihren Zustand überprüft. Findet man Risse oder Löcher in den Staubschutzmanschetten der Bremskolben, oder sind die Haltestifte stark angerostet, oder Federbleche verbogen oder gebrochen, müssen diese Bauteile erneuert werden. Hierfür gibt es passende Reparatursätze. Zu überprüfen ist auch, ob die seitliche Verschiebung des Schwimmsattels leichtgängig ist. Jetzt müssen die Bremskolben zurück gedrückt werden.

Wer es ordentlich machen will, besorgt sich einen speziellen Bremskolbenrücksteller. Es muss darauf geachtet werden, dass beim Zurückdrücken die Staubschutzmanschetten nicht beschädigt werden. Vor dem Einsetzen der neuen Beläge werden diese auf ihrer Rückseite dünn mit Kupferpaste oder spezieller Antiquitschpaste bestrichen. Dies verhindert im Betrieb feinste Schwingungen der Beläge und somit das unangenehme Bremsenquietschen. Die Stifte werden ebenfalls leicht geschmiert, damit die Beläge gut gleiten können. Sind die Beläge eingebaut und die Stifte gesichert, wird der Bremssattel über die Bremsscheibe gesteckt und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment am Gabelrohr angeschraubt.

Wichtig: Um keine bösen Überraschungen zu erleben, muss der Bremshebel vor der ersten Fahrt mehrfach betätigt werden, damit die Kolben ausfahren und die Bremsklötze an der Bremsscheibe anliegen. Da die Bremsbeläge sich erst der Oberflächenstruktur der Bremsscheiben anpassen müssen, ist die Bremsleistung zu Beginn eventuell noch nicht optimal. Hier gilt es, die Beläge vorsichtig einzubremsen ohne die Bremse zu überhitzen.

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