Aktueller Lieferverzug ca. 3-5 Werktage
  • Kostenlose Rücksendung
  • Mehr als 90x in DE / AT / CH
  • 4.6 / 5
  • Storefinder
  • Mein POLO
    Bitte logge dich ein, um eine Bewertung abzugeben
    Passwort zurücksetzen
  • Weiter einkaufen

    Derzeit befinden sich keine Produkte in Deinem Warenkorb

  • Mein Bike

    Neues Bike hinzufügen

    Einfache Auswahl Deiner Technikteile passend zu deinem Bike

    Dein Bike suchen

Vergaserreinigung

Besonders bei älteren Motorrädern können Schmutz und Materialalterung dem Vergaser arg zusetzen. Da hilft nur noch ausbauen, zerlegen, überprüfen und reinigen.

Nach langen Standzeiten eines Motorrads passiert es häufig, dass die leichten Bestandteile des Benzins verdunsten und die schwer löslichen Öle eintrocknen. In der Schwimmerkammer eines Vergasers bedeutet dies, dass Schwimmernadeln, Düsen und Kanäle verkleben. Besonders gefährdet sind die sehr feinen Bohrungen der Leerlaufdüsen und die winzigen Kanäle des Leerlaufsystems. Die Folgen reichen von Auspuffpatschen über schlechte Gasannahme bis hin zu einem schlechten oder nicht mehr vorhandenen Leerlauf. Schmutz kann aber auch auf anderem Wege in die Vergaser gelangen. Ist der Tank von innen angerostet, werden immer wieder Schmutzpartikel ihren Weg in die Schwimmerkammer finden. Hin und wieder setzt sich auch Wasser in der Schwimmerkammer ab. Dies geschieht nicht nur durch eindringenden Regen, sondern kann auch in Form von Kondenswasser durch starke Temperaturgefälle oder nach dem Winterschlaf bei nicht geleerter Schwimmerkammer auftreten. Da es schwerer als Benzin ist, sammelt es sich als Wasserblase am Boden der Schwimmerkammer und führt zu schlechtem Motorlauf.

In all diesen Fällen führt an einer Reigung der Vergaser kein Weg vorbei. Dazu müssen sie ausgebaut und zumindestens teilweise demontiert werden. Auf jeden Fall sollte man die Möglichkeit haben, auf ein Druckluftgerät zugreifen zu können. Der Vergaserausbau ist manchmal nicht so einfach. Bei verkleideten Maschinen oder mehrzylindrigen Motoren ist der Zugang häufig etwas beschwerlich. Deswegen sollte man sich dazu zunächst die nötigen typenspezifischen Informationen aus der jeweiligen Reparaturanleitung holen. Am Anfang steht der Abbau des Kraftstofftanks. Zunächst müssen dazu die Kraftstoffleitungen abgenommen werden. Mit einer Absperrklemme verhindert man, dass sich der in der Leitung befindliche Kraftstoff über den Motor ergießt. Desweiteren müssen Unterdruckschläuche am Benzinhahn, Entlüftungs- und Überlaufschläuche sowie elektrische Verbindungen für Kraftstoffanzeigen getrennt werden. Dann kann der Tank abgenommen werden. An diesem Punkt stellt sich die Frage, ob die Platzverhältnisse es zulassen, die Vergaser bei eingebauter und eventuell gelockerter Luftfilterbox aus ihren Ansauggummis zu ziehen, oder ob der gesamte Luftfilterkasten ausgebaut werden muss. Dann werden die Gaszüge, der Chokezug und alle vorhandenen Überlauf- und Entlüftungsschläuche abgenommen. Nach dem Lösen der Schlauchschellen vor und hinter den Vergasern kann man die komplette Vergaserbatterie entnehmen. Dabei ist zu beachten, dass man die Vergaser möglichst aufrecht hält, damit die noch immer mit Benzin gefüllten Schwimmerkammern nicht überlaufen.

Jetzt spannt man die Vergaser in Einbaulage und unter Verwendung von Aluspannbacken vorsichtig in den Schraubstock ein. In dieser Position lässt sich der restliche Kraftstoff am besten entfernen. Dazu öffnet man die Ablassschrauben am Boden der Schwimmerkammern und fängt das auslaufende Benzin in einem Gefäß auf. Handelt es sich um membrangesteuerte Gleichdruckvergaser, macht man sich zunächst an die Überprüfung der einzelnen Membranen. Dazu nimmt man den Vergaserdeckel ab und entnimmt die Membrane mit dem daran befindlichen Schieber. Die Membrane sollte nun sehr sorgfältigen auf Risse oder Löcher untersucht werden. Besonders ältere Modelle werden gerne spröde und reißen ein. Als Folge kann sich der nötige Unterdruck nicht mehr richtig aufbauen und das Motorrad reagiert mit schlechter Gasannahme und Leistungsverlust. Defekte Membranen müssen getauscht werden.

Als nächstes nimmt man sich den unteren Teil der Vergaser vor. Sie werden nun umgedreht und mit der Schwimmerkammer nach oben in den Schraubstock eingespannt. Es ist wichtig, dass man demontierte Kleinteile ordentlich und in Einbaulage ablegt. Zuerst löst man die Schwimmerkammerschrauben und nimmt diese vorsichtig ab. Die Schwimmerkammerdichtung kann wiederverwendet werden, sofern sie nicht beschädigt ist. Oft finden sich am Boden der Schwimmerkammer Schmutzablagerungen, die sich mit einem Lappen beseitigen lassen. In hartnäckigen Fällen mit einer harten Bürste nacharbeiten. Anschließend den Schwimmer abnehemen, wobei man darauf achten muss, das Schwimmernadelventil und seine Halterung nicht zu beschädigen. Das Dichtgummi an seiner Spitze muss einwandfrei sein und darf keine Risse oder andere Verschleißerscheinungen aufweisen. Zur Sichtprüfung bietet sich eine Lupe an. Sind Schäden zu erkennen, ist es zu erneuern, denn ein undichtes Schwimmernadelventil führt zum Überlaufen des Vergasers und überfettetem Gemisch. Beim späteren Wiedereinbau sehr behutsam vorgehen, da bereits geringfügige Verbiegungen der Schwimmerlasche zu erheblichen Veränderungen des Schwimmerstandes führen können.

Anschließend widmen wir uns den Düsen und entfernen die große Haupt- sowie die kleinere Leerlaufdüse. Achtung: Auf jeden Fall exakt passende Schraubendreher verwenden, da die Messingdüsen sehr weich sind und der Schlitz schnell ausbricht. Um zu prüfen, ob die Düsen frei sind, hält man sie vor eine Lichtquelle. Düsen sind sehr genau kalibriert, deshalb keinen Draht oder ähnliches zur Reinigung benutzen. Harte Kunststoff- oder Naturborsten richten hier keine Schäden an. Abschließend müssen die Düsen sowie die entsprechenden Kanäle mit Druckluft durchgeblasen werden, bevor man an den Zusammenbau der Vergaser geht. Für den Einbau der komplettierten Vergaser noch ein kleiner Tipp: Ein wenig Fett auf der inneren Kante der Ansauggummis erleichtert das Einsetzen der Vergaser.

NOCH MEHR TECHNIK FÜR DEIN BIKE