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DAS MOTORRAD RADLAGER

Radlager sind permanent im Einsatz. Hohe Kilometerleistungen, übermäßige Beladung und oft auch eindringendes Wasser machen ihnen das Leben schwer. Der Defekt eines oder mehrerer Radlager kann jede Urlaubsfahrt abrupt beenden. Ein wenig Aufwand verhindert, dass es soweit kommt.

Radlager sind Kugellager, die in die vordere und hintere Radnabe eingepresst sind. Die meisten Lager sind in der Regel wartungsfrei, da sie gekapselt und mit einer einmaligen, dauerhaften Schmierung ausgestattet sind. Zudem sollen außen in der Radnabe sitzende Dichtringe das Eindringen von Schmutz und Wasser verhindern. Was auf Dauer nicht immer gewährleistet ist, denn einerseits ermüden die Dichtlippen der Ringe im Laufe der Zeit und andererseits findet das Wasser beispielsweise bei unvorsichtigem Reinigen mit dem Dampfstrahler seinen Weg in die Radnabe. Defekte Radlager machen sich durch radiales Spiel oder hakeliges Drehen des Rads bemerkbar. Zur groben Kontrolle bei eingebautem Rad muss man das Motorrad aufbocken, so dass das entsprechende Rad entlastet ist. Jetzt fasst man das Rad oben und unten an und versucht, durch ruckartige Bewegungen ein mögliches Spiel festzustellen. Eine genaue Prüfung der Lager kann allerdings nur bei ausgebautem Rad erfolgen, zum Beispiel beim Reifenwechsel. Dabei dreht man das Lager mit dem Finger an seinem inneren Ring. Lässt es sich widerstandslos und geräuschfrei drehen, ist das Lager noch in Ordnung. Wenn nicht, steht eine Erneuerung der Lager an. Betroffen sind dann sämtliche Lager einer Radnabe, in der Regel drei Stück im Hinterrad, da hier ein weiteres im Kettenradträger dazukommt, und zwei im Vorderrad.

Vor dem Ausbau des Hinterrads empfiehlt es sich, die Einstellung des Kettenspanners zu markieren. So vermeidet man lästiges Einstellen der Kettenspannung nach der Reparatur. Ist das Rad ausgebaut, muss zunächst der äußere Dichtring vorsichtig mit einem Montierhebel oder einem großen Schraubendreher aus seinem Sitz gehebelt werden. Die Einbaulage beachten! In gutem Zustand kann er weiter verwendet werden. Besser ist allerdings immer der Tausch gegen ein Neuteil. Jetzt erwärmt man die Radnabe im Bereich des Lagersitzes mit einem Heißluftfön. Anschließend wird das Lager von der anderen Seite mit einem Dorn und einem Hammer ausgetrieben. Hierbei ist es besonders wichtig, die Schläge auf den gesamten Umfang des Lagers zu verteilen, da es sonst verkanntet und den Lagersitz beschädigt. Ist das erste Lager ausgetrieben, kann man die Abstandshülse entnehmen und in gleicher Weise das andere Lager entfernen. Jetzt müssen die Lagersitze gereinigt und überprüft werden. Zeigen sich starke Verschleißspuren, wird das Lager später vielleicht nicht mehr stramm genug sitzen. In diesem Fall hilft nur das Einkleben mit einem speziellen Kleber.

Da Radlager genormte Teile sind, lassen sie sich günstig beim Großhändler beziehen. Maß gebend sind der Innen- oder Außendurchmesser sowie die Lagerbreite. Im optimalen Fall findet man die vierstellige Lagernummer auf dem Außenring. Beim Kauf sollte man darauf achten, Lager vom Typ 2RS zu bekommen, da diese beidseitig mit Kunstoffringen gekapselt und somit langlebiger sind. Vor dem Einbau werden die neuen Lager im Gefrierfach des Kühlschranks abgekühlt. Anschließend den gereinigten Lagersitz in der Radnabe wieder erwärmen, damit sich das Aluminium ausdehnt. Jetzt das erste Lager vorsichtig mit leichten Hammerschlägen ansetzen.

Achtung: Nur auf den Lageraußenring schlagen! Wer keinen speziellen Einschlagdorn besitzt, benutzt das alte Lager als Einschlaghilfe, um direkte Schläge auf das neue Lager zu vermeiden. Am heller werdenden Klang der Schläge erkennt man, dass das Lager am Anschlag sitzt. An dieser Stelle darf man nicht vergessen, die Abstandshülse wieder einzusetzen. Damit diese nicht rostet, sollte sie leicht eingefettet werden. Ohne die Abstandhülse würden die Radlager nur wenige Tage halten, da sie nicht in der Lage sind, große axiale Kräfte aufzunehmen. Wenn das zweite Lager eingetrieben ist, kontrolliert man die Flucht zwischen den Lagern und der Abstandshülse. Ist diese etwas versetzt, kann man sie mit einem Hebel oder Schraubendreher in die richtige Position drücken. Zum Schluss werden die Dichtringe mit einem leichten Hammer in ihren Sitz eingeklopft.
Beim Hinterrad ersetzt man außerdem das im Kettenradträger befindliche Lager, wobei man auf die Einbaulage von Dichtring und einer im Lager sitzenden Hülse achtet. Vor dem Radeinbau die Achse und die Lippen der Dichtringe leicht einfetten.

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