• 450+ Marken
  • 65.000+ Produkte
  • Mehr als 90x in DE / AT / CH
  • 4.16 / 5
  • Storefinder
  • Mein POLO
    Bitte logge dich ein, um eine Bewertung abzugeben
    Passwort zurücksetzen
  • Weiter einkaufen

    Derzeit befinden sich keine Produkte in Deinem Warenkorb

  • Mein Bike

    Neues Bike hinzufügen

    Einfache Auswahl Deiner Technikteile passend zu deinem Bike

    Dein Bike suchen

LENKKOPFLAGER

Lenkkopflager haben einen enormen Einfluss auf die Fahreigenschaften eines Motorrads. Zu lose eingestellt können sie zum gefürchteten Pendeln führen, eingelaufene, korrodierte oder zu fest sitzende Lager beeinflussen das Kurvenverhalten. Es sind Verschleißteile und nicht umsonst gehört ihre Kontrolle zu den wichtigsten Prüfkriterien von TÜV und DEKRA.

Das Lenkkopflager besteht grundsätzlich aus zwei Hälften, der oberen und dem unteren. Sie sind entweder als Kugel- oder als Kegelrollenlager ausgelegt. Will man das Lenkkopflager prüfen, stellt man das Motorrad zunächst auf den Hauptständer und sorgt dafür, dass das Vorderrad entlastet ist. Jetzt stellt man sich vor das Rad und fasst an die unteren Enden der beiden Gabelholme und bewegt diese leicht vor und zurück. Ist dabei kein Spiel zu fühlen, ist das Lager zumindest nicht zu lose eingestellt und hat den ersten Test bestanden.

Die weitaus häufigere Verschleißerscheinung aber sind die so genannten Rastermarken. Da die Lenkung eines Motorrads mehr als 90 Prozent der Zeit in Geradeausstellung steht und die Kugeln bzw. Rollen die Lagerschalen somit immer an der gleichen Stelle berühren, entstehen hier kleine Vertiefungen. Um dies zu prüfen, fasst man jetzt den Lenker an einem Ende behutsam mit Daumen und Zeigefinger an und dreht ihn ganz langsam hin und her. Hat man das Gefühl, der Lenker will in der Mittelstellung einrasten, so sind die Lager auf jeden Fall hinüber und schleunigst zu erneuern. Komplette Sets mit Lager und Dichtringen gibt es in Erstausrüsterqualität bei POLO.

Ausbau der Gabelbrücken

Zunächst muss das Motorrad auf dem Hauptständer stehen und das Vorderrad entlastet sein. Theoretisch könnte der Tank am Motorrad bleiben. Da man aber viel im Lenkbereich schrauben wird, ist es sinnvoll, ihn zu demontieren. So verhindert man, dass ein abrutschendes Werkzeug hässliche Spuren hinterlässt. Als nächstes kontrolliert man, ob und wie weit die Gabelrohre an der oberen Gabelbrücke durchgeschoben sind. Dieses Maß sollte für die spätere Montage aufgeschrieben werden.

Danach erfolgt der Ausbau des Vorderrads sowie aller Bauteile, die mit den Gabelbrücken oder den Gabelholmen verbunden sind. Dazu gehören in der Regel der Kotflügel, der Gabelstabilisator und die Bremssättel. Häufig sind die Bremsleitungen an der unteren Gabelbrücke verschraubt. Entsprechende Halterungen sind zu lösen. Aber bitte nur die Halterungen lösen, niemals die Bremsleitungen selber. Die jetzt an den Bremsleitungen hängenden Bremssättel können mittels Spannbändern irgendwo fixiert werden und stören somit nicht mehr. Nun löst man zunächst die zentrale Mutter bzw. Überwurfmutter der oberen Gabelbrücke. Da die Gabelbeine noch eingebaut sind, kann man dies gegen den Lenkanschlag machen und braucht so nicht am Lenker gegenzuhalten. Jetzt können die Klemmungen der Gabelholme an der oberen und unteren Gabelbrücke gelöst und die Holme komplett nach unten herausgezogen werden.

Will man sich die Demontage von Lenkerarmaturen, Brems- und Kupplungshebel, Lenker, Instrumenten und Lenkschloss ersparen, sollte man sich eine Möglichkeit suchen, die ganze Einheit mitsamt oberer Gabelbrücke mit Hilfe von Spannbändern etwa an der Garagendecke aufzuhängen. Fast immer lassen Züge und Kabel soviel Spielraum, dass man ausreichend Platz für die weiteren Arbeitsschritte hat. Ist dies nicht möglich, müssen alle genannten Bauteile demontiert werden. Danach hat man die obere Gabelbrücke freigelegt und kann sie abnehmen.

Jetzt haben wir die zentrale Befestigungs- und Einstellmutter vor uns. An diesem Punkt sollte man sich den Spaß gönnen, die untere Gabelbrücke nochmals hin- und herzudrehen. Denn ohne das Gewicht von Gabelbeinen und Vorderrad fühlt man die Neigung zum Einrasten in der Mittelstellung noch viel deutlicher. Gab es vorher noch leise Zweifel, weiß man spätestens jetzt, dass sich die Reparatur lohnen wird.

Die Mutter wird mit einem Hakenschlüssel oder einem Schraubendreher gelöst und abgenommen. Unter der Mutter findet man noch eine Staubschutzscheibe, die den Eintritt von Schmutz und Wasser ins Lager verhindern soll. Die Einbaulage dieser Scheibe bitte merken. Beim Lösen der Mutter muss man die untere Gabelbrücke unbedingt mit der anderen Hand abstützen, um ein Herausfallen und eventuelle Beschädigungen zu vermeiden. Das obere Lager kann jetzt aus dem Lenkkopf herausgenommen werden.

Austausch der Lager

Die beiden Lagerschalen im Rahmenkopf können nun relativ einfach mit einem geeigneten Durchschlag und einem Hammer entfernt werden. Die Lagerstellen werden gesäubert und leicht gefettet. Jetzt können die neuen Lagerschalen eingesetzt werden, wobei man darauf achten muss, dass jedes Lager mit seiner jeweiligen Lagerschale zusammen gehört und nicht vertauscht wird. Beim Einschlagen achtet man darauf, dass die Lager nicht verkanten. Man beginnt mit leichten, auf den Umfang verteilten Hammerschlägen, bis die Lagerschale in ihrem Sitz etwas fixiert ist. Jetzt nimmt man eine der alten Schalen als Einschlaghilfe, um Beschädigungen zu vermeiden. Wichtig ist, dass die Lagerschalen bis zum Anschlag in den Rahmenkopf eingetrieben werden. Zu erkennen ist dies an dem plötzlich heller werdenden Schlaggeräusch.

NOCH MEHR TECHNIK FÜR DEIN BIKE